Numbers Edition – Edition 2

Numbers Edition – Edition 2

Wenn man pessimistisch ist, könnte man behaupten, dass wir in der vollends rationalisierten, massenproduzierten und von Big Data analysierten Welt nichts anderes als Nummern sind. Wir werden in Kategorien und Risikogruppen eingeteilt, die nach der Wahrscheinlichkeit, dass wir an einem Herzleiden, Schlaganfall oder Autounfall sterben, sortiert sind. Unsere Smartphone-Nutzung wird überwacht und die resultierenden Daten an große Firmen verkauft, die sie aufbereiten und wiederum an Werbeunternehmen verkaufen, damit diese ein noch genaueres Bild ihrer Zielgruppe erfassen können. Wie lange bleiben wir an einem Instagram-Post hängen? Was ist die durchschnittliche Zeit, die wir mit einem YouTube-Clip verbringen bis uns langweilig wird? Wie viele Cumshot-Compilations müssen wir uns reinziehen bevor wir auf die Tastatur abspritzen und welche Tasten treffen wir durchschnittlich am häufigsten und wie lange danach fühlen wir uns einsam und alleingelassen? In den richtigen Händen können Zahlen und Nummern dazu genutzt werden, menschliches Verhalten zu quantifizieren, auszudrücken und vorherzusagen. Wenn man Optimist ist, könnte man behaupten, dass Nummern und Zahlen eine tolle Sache sind: Immerhin reduzieren sie alles auf das Essentielle.


Das ist wahrscheinlich, was sich Eric Koston und Guy Mariano gedacht haben, als sie ihren Brand Numbers Edition Ende letzten Jahres an den Mann brachten. Unter den vergangenheitsbesessenen VHS-Fetischisten, die gerade einen nicht zu unterschätzenden Teil der Skateboard-Ästhetik bestimmen, stach Numbers mit entspannten, ungezwungenen Videos und Klamotten heraus. In ihrem zweiten Video, treffend „Edition 2“ genannt, begrüßt das Numbers-Team zwei Neulinge aus Europa, nämlich Kyron Davis und Magnus Brodewick – wirklich verdammt gute Skater. Numbers bleibt auch hier seiner nonchalanten Bildsprache treu und zeigt ein unaufgeregtes Team beim Skaten, inklusive Stürzen und kleinen Gesprächen mit Security-Typen. Irgendwie ist Numbers ziemlich attraktiv. Vielleicht ist es die sympathische Video-Ästhetik, vielleicht die cleanen, entspannten Klamotten. Wir glauben aber, Numbers ist einfach deswegen cool, weil es Skateboarding in einer Art zeigt, mit der wir uns alle identifizieren können. Das Rumhängen mit den Homies, das Filmen, das Gespräch mit interesseierten Passanten. Skateboarding wird hier, im positiven Sinne, auf das Essentielle reduziert. In Zeiten, da alles und jeder sich gegenseitig mit irgendeiner „Coreness“ zu übertrumpfen sucht (es sollte eine Strafe für das ernsthafte Verwenden des Begriffs „Core“ geben: Steinigung mit Supreme x LV Hip-Bags), finden wir es erfrischend, dass eine neue Company in eine ganz andere Richtung geht. Die Klamotten und Skateboard Decks sind minimalistisch und funktional, perfekt für den Alltag, und doch niemals langweilig. Die Form folgt der Funktion, ihr wisst schon. Ihr könnt die neue Numbers-Kollektion, bestehend aus T-Shirts, Hoodies und Decks, ab jetzt sowohl online als auch in unserem Laden in Frankfurt kaufen.



 






 
Back to blog