Wayward London

Eigensinniges London

Wenn es eine Regel im Skateboarding-Business gibt, dann diese: Jeder behauptet von sich, krasser/härter/besoffener zu sein als alle anderen. Eigentlich etwas befremdlich, ist Skateboarding doch eigentlich eine Aktivität, die vor allem wegen ihrer Sorglosigkeit und lebensbejahendem Esprit gefeiert wird. Dennoch sieht man allerorten die verkrampften Versuche, den eigenen Coolness-Multiplikator zu erhöhen - von ländlichen Höhlenbewohnern in zu engen T-Shirts und karierten Cargo-Shorts bis zu verwöhnten Stadtskatern, die in lila Trainingsanzügen skaten. Ein zweiter Blick offenbart den Hintergrund: Wer mehr „Hardcore“ als andere ist, lädt sich soziales und kulturelles Kapital auf sein Konto ein, was ganz selbstverständlich zur Abgrenzung dient. Wie dem auch sei: Ein Hardcore-Image gibt's nur mit Hardcore-Anstrengung.


Es sei denn, man kommt aus einem heruntergekommenen Stadtteil im Süden Londons – in diesem Fall muss man sich natürlich keine Sorgen machen, nicht als härterer Motherfucker wahrgenommen zu werden. Skateboarden im Vereinigten Königreich ist eine fiese Angelegenheit, nicht zuletzt dank Dauerregen und allgegenwärtigen Sicherheitskameras. Wir können es den „Lads“ vom Palace Wayward Boys Choir (PWBC) auch nicht verübeln, mit dem sonnengetränkten Skateboarding aus Kalifornien wenig anfangen zu können: Abgefuckt von den Hochglanzaufnahmen der Westküste, die nichts, aber auch gar nichts mit der Lebensrealität der Briten zu Schaffen haben, hat man sich kurze Zeit später entschlossen, dem gängigen Skateboard-Image die eigene Erfahrung entgegenzusetzen: Mit dem rauen, low-res und oft zu Grime geschnittenen Skaten der PWBC-Familie wurde praktisch eine neue Ästhetik der Skateboard-Kinematografie geschaffen. Am meisten davon hat natürlich Palace Skateboards , die bekannteste Marke der PWBC-Jungs – und ist heute einer der wichtigsten Referenzpunkte für das Selbstbild vieler europäischer Skater. Weniger bekannt ist die einigermaßen neue Marke Wayward London, die von den PWBC-Gangmitgliedern Daniel „Snowy“ Kinloch und James Edson im Jahr 2017 gegründet wurde. Wayward London (nicht zu wechseln mit Wayward Wheels) produziert monochromatische Streetwear und Decks mit interessanten Grafiken, die vor allem verrückte geometrische Formen und schnell bizarre, wahrscheinlich im Drogenrausch gezeichnete Illustrationen beinhalten. Für den distinguierten Skater, der auch eine Scheibe vom South-London-Haudegen-Image abhaben möchte, also genau das Richtige. Ihr könnt Wayward London ab sofort bei uns im Webshop oder in unserem Laden in Frankfurt kaufen.


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